Abschied und Neuanfang

Fast vorbei

Es kam anders

Mit Lara auf der Kuhweide

Viel Nostalgie, ein bischen Stolz, Dankbarkeit und liebevolle Abschiede

Was mich sehr beeindruckt

  • Die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen hier in der Region Antioquia, deren Hauptstadt Medellín ist. Das tat und tut soo gut!
  • Die Menschen leben im Hier und Jetzt, akzeptieren Gegebenheiten. Sie strahlen trotz teils prekärer Arbeitsbedingungen, sichtbarer sozialer Ungleichheit und Unsicherheit, Armut häufig eine Lebensfreude aus, die ansteckend ist!
  • Gott ist überall präsent: „Si dios quiere“ = „So Gott will“ ist ein geflügeltes Wort. 95% der Menschen hier sind katholisch gläubig. „Bendiciones“ = „Segnungen“ erhält man bei bei vielen Gelegenheiten: Beim Verabschieden, beim Verlassen eines Ladens oder wenn man jemand einen Gefallen getan hat. „Que dios te page“ = „Vergelts Gott, möge Gott Dich bezahlen“ ist ein Dankeschön, wenn jemand ein Geschenk erhalten oder ein gutes Geschäft gemacht hat.

Blick von meinem Balkon

Kritische Zeilen

Bisher habe ich ja sehr viel Positives über die kolumbianische Kultur und dss Leben hier geschrieben. Doch es gibt auch Schattenseiten und oft muss ich tief durchatmen, da hier alles so anders läuft und in mir zwei Welten aufeinanderprallen.

Was mich nervt bzw. zur Geduld zwingt

  • * Arbeiter, die ohne Werkzeug kommen, unsere Werkzeuge und Materialien benutzen und ständig nach irgendetwas fragen.
  • * Arbeiter, die versprechen, um 8 Uhr da zu sein und um 10 Uhr noch immer nicht erschienen sind. Viele sind trotz Pünktlichkeitsverprechen chronisch unpünktlich und mit der Zuverlässigkeit nehmen es viele auch nicht so genau. Nach dem Motto: Komm ich heute nicht, komm ich morgen oder gar nicht.
  • * Improvisation ohne Ende. Geht nicht gibt es nicht. Das ist einerseits bewundernswert, führt jedoch auch zu abenteuerlichen und dilettantischen Reparaturen.
  • * Macho-Männer gibt es Sie plustern sich auf, meinen alles (besser) zu können. Frau hat oft einen schweren Stand.
  • * Gehwege gibt es oft nicht. Das ist super gefährlich, da viele Autos und Motorräder rüchsichtslos und schnell fahren. Zebrastreifen gibt es zwar, aber kaum ein Fahrzeug hält an. Krass. Und auch ich halte nicht immer, um zu vermeiden, dass das hinter mir fahrende Auto auf meins draufknallt.
  • * Der Straßenverkehr ist soo chaotisch. Oft bekomme ich autofahrend regelrecht Schnappatmung, wenn ich trotz Gegenverkehr rechts und links gleichzeitig von Motorrädern überholt werde.
  • * Auch das Fahrradfahren ist abenteuerlich: Du wirst bedrängt oder übersehen, Radwege gibt es nur partiell in größeren Städten. Dabei ist der Radsport hier sehr populär. An den Wochenenden fahren viele in Radmontur auf den Standstreifen der sogenannten Autobahnen, also zweispurigen Schnellstraßen, die teils mit, teils ohne Ampel von Fußgängern überquert werden.

Spaziergang mit Hündin Lara

eine Herausforderung für sie und mich

Was mich herausfordert

# Wenn uns freilaufende Hunde begegnen, die ich noch nicht kenne, ich also nicht weiß, ob sie uns angreifen oder friedlich sind. Lara hat vor allen Hunden Schiss. Ich anfangs auch. Mittlerweile weiß ich welche Hunde auf unseren Spazierwegen harmlos und friedlich sind. Und ich weiß auch, dass viele Hunde, die wild bellen, in eingezäunten Grundstücken sind. Dennoch musste ich anfangs oft umkehren,da Lara sich weigerte weiterzugehen. Sie legt sich dann einfach hin und will umkehren. Inzwischen kennen wir einander besser und auch ich habe weniger Schiss,so dass sie mir folgt und vertraut,dass nichts passiert. Auch freilaufend folgt sie gut. Sie hat schon viel gelernt und ich auch! Und ich liebe diese große schwarze verschmuste Hündin, die so viel Liebe schenkt!

Wieder glücklich auf dem Land

Sonne satt, Zitronen- und Avocadoernte auf unserem Gelände und genügend Regen… viel Grün und blühende Pflanzen

Premiere: Wir legen einen Garten an und pflanzen Salat, Tomatensetzlinge, Kräuter

Eingezäunt mit Holzpaletten und mit Netzdach als Schutz vor Laub und Starkregen

Ewiger Frühling

Ich fühle mich wie im Frühling: Kaufe schöne Pflanzen, säe, topfe um, alles blüht in den schönsten Farben. Es ist tagsüber 22-26 Grad warm, abends, nachts und morgens ist es kühl. Im Dezember und Januar ist hier Sommerzeit, es regnet seltener und die Sonne scheint täglich!

Neue Erfahrungen sehr bereichernd

Noch nie habe ich mit so viel Freude und Ausdauer draußen gearbeitet wie hier in den Bergen Kolumbiens. Ich säge Holz mit meiner kleinen Motorsäge, bearbeite Holzpaletten, säge Holz klein für unseren offenen Kamin, wuchte Baumstämme umher, reche Laub zusammen, befreie Büsche und Bäume von Schlingpflanzen, tobe zwischendurch mit unserer Hündin herum, die mich immer im Blick hat, bringe ihr etwas bei oder wir gehen spazieren, gieße täglich unsere Pflanzen und fühle mich sehr verbunden mit der Natur und auch mit mir. Nebenher kommen mir gute Ideen für mein Online-Coaching für Erzieherinnen, das ich 2024 ausbauen werde. Dazu bald mehr. Und abends falle ich müde ins Bett, spüre meine Muskeln und merke, dass ich keine 26 mehr bin…

In Deutschland-Eindrücke

Im September/ Oktober 2023 war ich 8 Wochen in Deutschland, überwiegend in Berlin.

  • Es war soo ruhig und entspannt auf den Straßen in Berlin, der Verkehr meist ganz geordnet,als Fußgängerin wurde ich respektiert.
  • Das Käse-und Weinangebot ist einfach wunderbar.
  • Vollkornbrot und Salzstängele, ein Hochgenuss!
  • Spazierengehen im Wald war soo schön, ohne Bedenken,was die Sicherheit betrifft.
  • Nacktbaden in Brandenburger Seen, ein Genuss und
  • Radfahren auf ebenen Strecken, auf Radwegen kilometerlang radeln ebenfalls.
  • Die Diversität in Berlin beeindruckte mich: so viele Menschen unterschiedlichster Herkunft, so viele unterschiedliche Sprachen.
  • Fahren im ICE- mit 250 kmh durch Deutschland rasen und: die Verspätungen mit der in Kolumbien gelernten Geduld zu akzeptieren.
  • Viele Menschen kamen mir angespannt und missmutig vor.
  • Die Atmosphäre in S- und U-Bahn war teilweise gruselig: keiner spricht, keine Musik läuft…Fast alle starren auf ihr Handy…
  • Meine Workshops sind wunderbar gelaufen. Es war mir eine Freude, diese zu leiten und viele Teilnehmer*innen wiederzusehen! Fürs nächste Jahr bin ich schon gut gebucht: im September und Oktober komme ich wieder.

Umgezogen

Neues Haus – neues Lebensgefühl

Umzug auf kolumbianisch

Ein Paradies

Fantastische Aussicht, Riesengrundstück, tropische Vegetation, Naturwald und Fluss

Überschwemmung im Haus

Fäkaliengrube übergelaufen

Vor gut 2 Wochen ist die Fäkaliengrube unseres Hauses mit Regenwasser voll- und übergelaufen nachdem es tagelang heftigst geregnet hat. Das Wasser lief ins Erdgeschoss, Bad und Dusche waren tagelang unbenutzbar, es hat gestunken, wir haben geputzt, in Eimer gepinkelt und draußen gek….

Kolumbianische Langsamkeit

Die Vermieteragentur blieb trotz dieses Notfalles erst mal untätig. Der Vermieter, den wir gar nicht kennen und der in Dubai lebt, schickte am Folgetag einen Arbeiter. Dieser sollte ein verstopftes Rohr reinigen. Der Vermieter, der über die Vermietagentur unsere Fotos von dem Schaden erhielt, ging davon aus, dass damit der Schaden behoben ist. Er glaubte uns nicht, dass es an der Grube liegt, die offensichtlich lange nicht gewartet wurde und in die normalerweise ja kein Regenwasee fließt…Der Arbeiter bestätigte uns, daß das eine größere Sache ist und zog wieder ab, da er sich mit dieser Reparatur nicht auskennt…

Frauen glaubt man oft nicht

Krasse Erfahrung mit den hiesigen Machomännern, die einem oft nichts zutrauen, Sachverstand absprechen und alles besser wissen. Bis heute kam auch kein bißchen Mitgefühl oder eine Entschuldigung oder gar Entschädigung für diese würdelosen Umstände, in denen wir tagelang leben mussten…Mieterschutz Fehlanzeige.

Grube leeren mit Eimer

Schließlich schickte der Vermieter einen anderen Arbeiter. Dieser kam ohne Geräte, borgte sich Eimer, Taue, Handschuhe und Schaufel von uns, um die Grube zumindest so weit zu leeren, dass das Bad wieder benutzbar ist. Er versicherte uns, dann sei alles repariert.

Von wegen! Wie nervig!

In der Nacht floss das Abwasser wieder ins Haus. Der Arbeiter kam am nächsten Tag erneut, um mit dem Eimer den Pegelstand der Grube zu reduzieren. Erneut versicherte er uns, nun sei alles gut. VON WEGEN!

Solidarische, hilfsbereite Nachbarn

Am 3. Tag abends, wir kamen gerade nach Hause, nachdem wir unsere Hündin zu Freunden gebracht haben, damit sie sich draußen nicht am Abwasser infiziert, sahen wir die Katastrophe: Abwasser lief bis ins Wohnzimmer. Panisch riefen wir Nachbarn um Hilfe. Diese kamen sofort und sie retteten uns, gruben Gräben, legten einen Schlauch, der das Wasser ablaufen ließ, trugen Einiges in den ersten Stock… Es waren Chaostage.

Dilettantische Reparatur

Am Montag schließlich war es dem Vermieter auch endlich klar, dass das Problem mit Eimern nicht zu lösen ist. Der Arbeiter grub nun mit einer Schaufel einen langen Graben, legte ein Rohr, in dem das Abwasser zum Frischwasserschacht geleitet wird und zusammen ungefiltert auf die Straße gelangt. Das ist auch hier ein Skandal!

Umweltamt des Dorfes eingeschaltet

Die Ingeneurin des Umweltamtes, die wir kontaktiert haben, erstellte vor Ort ein Gutachten und teilte dem Vermieter mit, wie umfangreich die Reparatur sein muss.

Mit Anwältin und Kampfgeist

Mit Rechtsbeistand erreichten wir schließlich, dass die Vermietagentur uns ohne Frist aus dem einjährigen Mietvertrag lässt, sobald wir ein neues Haus gefunden haben. Wir wollen so bald wie möglich hier ausziehen! Uns stinkt es im wahrsten Sinn.

Mietminderung gibt’s nicht

Krass, dass es null Entschädigung gibt… Wir müssen weiter die volle Miete zahlen sagen unsere Anwälte. Und vom Rechtsweg raten sie uns ab, da sich das Jahre hinzieht und viel Geld und Energie kostet…

Neues Haus in Sicht

….mehr Infos demnächst…

Leben auf dem Land-ein Genuss

Schon über 3 Monate Landleben pur und was mir dabei gut gefällt

* Das Zusammenleben mit Hündin und Kater: Unsere Hündin Lara hat draußen ihre Hundehütte. Sie darf nur gelegentlich ins Haus, wenn sie sich anständig benimmt, nicht auf das Sofa klattert und ruhig liegen bleibt. Es ist eine Freude, wie sie einen morgens stürmisch und voller Freude begrüßt. Dabei gehen die Emotionen mit ihr durch und sie springt gerne an einem hoch oder sie gibt ihre großen Pranken so derart stürmisch, dass es einem Faustschlag gleicht. Es ist eine Herausforderung ihr das ungestüme Verhalten abzugewöhnen.

Eingewöhnung: Wir haben Lara und unseren Kater Onix langsam und behutsam aneinander gewöhnt. Da Lara mit einem Geschwisterhund auf dem Gelände der Finca, auf der sie aufgewachsen ist, eine Katze getötet hat, waren wir gewarnt vor ihrem Jagdtrieb. Inzwischen können wir beide beruhigt draußen alleine lassen. Sie respektieren einander. Der Kater knurrt sie manchmal an, setzt also gut Grenzen. Und meist ist er entspannt, wenn sie ankommt und mit ihm spielen will. Daran hat er allerdings kein Interesse.

* Die Ruhe: Bunte Vögel zwitschern, Grillen zirpen, Glühwürmchen blitzen in der Dunkelheit, kein Autolärm, nur selten laute Musik in der Nachbarschaft. Es ist eine friedliche Stimmung, die ich sehr genieße. Wir leben ca. 6 km entfernt vom nächsten Dorf und es ist gut, ein Auto zu haben. Über teils sehr holperige Wege mit fantastischer Aussicht auf die Berge und die üppig grüne Vegetation gelangen wir im Schritttempo zu unserem Haus.

Katzenliebe: Das Schnurren und Streicheln des sehr anhänglichen Katers wirkt immer wieder so beruhigend. Wunderbar.

* Die Arbeit auf dem Grundstück: Gartenarbeit ist neu für mich. Und ich genieße es: Das Säen, Umgraben, Einpflanzen, Umpflanzen, Bäume und Sträucher schneiden, Kompost anlegen, gießen, Unkraut und jede Menge Schlingpflanzen entfernen, Dünger herstellen, Holz sammeln zum Feuerle machen. Mir tun die Finger weh vom vielen Arbeiten und ich spüre meinen Körper. Abends falle ich müde ins Bett. Das Gras schneidet uns ein Arbeiter mit einer Motorsense. Rasenmäher gibt es hier kaum. Mit diesen würde man auch nicht weit kommen auf unserem holperigen und teils geschotterten Gelände. Es ist so befriedigend für mich, hier inmitten wunderbar tropischer Natur zu sein, zu arbeiten und zu erleben, wie die Pflanzen wachsen, gut gedeihen und blühen. Da es oft und heftig regnet ist alles saftig grün. Traumhaft schön! Und ein bischen wie Meditation. Und es inspiriert mich.

Landleben pur

Ankommen, Einrichten, Wohlfühlen

In unserem Haus gab und gibt es noch Einiges zu tun: Reparaturen an den Dachrinnen, da bei Starkregen das Wasser fast bis ins Haus strömt, der Kamin funktioniert noch nicht so recht, noch haben wir kein Sofa…

Vieles haben wir schon umgesetzt: ein Schreiner hat uns einen Küchenunterschrank gefertigt, eine Balkontür mit Glas eingebaut und im Gästezimmer eine Tür angebracht. Das Haus war echt in einem etwas heruntergekommenen Zustand. Das Wichtigste: Wir fühlen uns wohl und haben viel Platz, die Nachbarn sind sympathisch und auch wenn ich mal alleine bin, fühle ich mich sicher. Ich bin froh,dass unsere Hündin gut aufpasst und kaum von meiner Seite weicht. Sie macht ihren Job gut und hat sich daran gewöhnt,dass sie immer draußen ist, auch nachts.

Lara zieht ein

Unser Leben mit unserem großen Hundewelpen

Lara ist ein Cane Corso, ein italienischer Hütehund, den wir vor 6 Monaten von Freunden geschenkt bekommen haben. Siehe meinen Blogartikel „Hundeverliebt“. Vor einer Woche haben wir sie zu uns geholt. Sie ist inzwischen gut ein Jahr alt, ein ca. 45 kg schwerer Brocken und sehr verschmust, eine wundervolle, zugewandte, teilweise schon folgsame, oft ungestüme Gefährtin.

Eingewöhnung

Lara hat ihr bisheriges Leben mit ihrer Mutter, einem Geschwisterhund und zwei weiteren Hündinnen im Rudel verbracht. Das Alleinsein muss sie also noch lernen. Sie soll uns begleiten, erfreuen und unsere Finca bewachen. Sie wird, so wie es hier in Kolumbien auf dem Land üblich ist, im Freien in ihrer Hundehütte leben.

Da sie gerade läufig und noch nicht kastriert ist und wir Sorge haben haben, dass sie trotz des recht sicheren Zaunes um unser Haus herum ihrem Fortpflanzungstrieb folgend abhaut oder ein Hund eindringt und sie schwängert, schläft sie nachts bei mir im Zimmer. Das ist wie mit einem Baby. Sie weckt mich gegen 3 Uhr, steht auf, fordert Streicheln ein, lässt sich nach energischer Aufforderung glücklicherweise wieder auf ihrem Schlafplatz nieder, schläft weiter, wird dann gegen 5.30 Uhr sehr unruhig und muss raus zum Pinkeln. Ich bin ja ganz froh, dass sie stubenrein ist. Das Procedere ist dann so: Ich gehe runter und sperre unseren Kater ein, denn leider jagt Lara Katzen. Das müssen wir ihr noch abgewöhnen… Dann lasse ich sie raus, lege mich wieder hin und vertraue darauf, dass sie nicht ausbüchst und kein Hund eindringt. Noch 5 Tage geht das so weiter, dann ist ihre fruchtbare Zeit vorbei, wir gewöhnen sie ans Draußenschlafen und meine Nächte sind wieder störungsfrei, hoffe ich. Mal sehen wie es kommt.