# Wenn uns freilaufende Hunde begegnen, die ich noch nicht kenne, ich also nicht weiß, ob sie uns angreifen oder friedlich sind. Lara hat vor allen Hunden Schiss. Ich anfangs auch. Mittlerweile weiß ich welche Hunde auf unseren Spazierwegen harmlos und friedlich sind. Und ich weiß auch, dass viele Hunde, die wild bellen, in eingezäunten Grundstücken sind. Dennoch musste ich anfangs oft umkehren,da Lara sich weigerte weiterzugehen. Sie legt sich dann einfach hin und will umkehren. Inzwischen kennen wir einander besser und auch ich habe weniger Schiss,so dass sie mir folgt und vertraut,dass nichts passiert. Auch freilaufend folgt sie gut. Sie hat schon viel gelernt und ich auch! Und ich liebe diese große schwarze verschmuste Hündin, die so viel Liebe schenkt!
Im September/ Oktober 2023 war ich 8 Wochen in Deutschland, überwiegend in Berlin.
Es war soo ruhig und entspannt auf den Straßen in Berlin, der Verkehr meist ganz geordnet,als Fußgängerin wurde ich respektiert.
Das Käse-und Weinangebot ist einfach wunderbar.
Vollkornbrot und Salzstängele, ein Hochgenuss!
Spazierengehen im Wald war soo schön, ohne Bedenken,was die Sicherheit betrifft.
Nacktbaden in Brandenburger Seen, ein Genuss und
Radfahren auf ebenen Strecken, auf Radwegen kilometerlang radeln ebenfalls.
Die Diversität in Berlin beeindruckte mich: so viele Menschen unterschiedlichster Herkunft, so viele unterschiedliche Sprachen.
Fahren im ICE- mit 250 kmh durch Deutschland rasen und: die Verspätungen mit der in Kolumbien gelernten Geduld zu akzeptieren.
Viele Menschen kamen mir angespannt und missmutig vor.
Die Atmosphäre in S- und U-Bahn war teilweise gruselig: keiner spricht, keine Musik läuft…Fast alle starren auf ihr Handy…
Meine Workshops sind wunderbar gelaufen. Es war mir eine Freude, diese zu leiten und viele Teilnehmer*innen wiederzusehen! Fürs nächste Jahr bin ich schon gut gebucht: im September und Oktober komme ich wieder.
Wohltuende Alltagsbegegnungen mit fremden Menschen
Die Menschen in Antioquia, der Region um Medellín, sind so freundlich, dass mir immer wieder das Herz aufgeht und ich mich daran erinnere, warum ich genau in dieser Gegend hier in Kolumbien lebe. Es ist so leicht ins Gespräch zu kommen und ich bin froh, dass ich gut spanisch spreche und mein Spanisch nicht zuletzt durch die Kontaktfreudigkeit der Menschen hier immer noch besser wird. Zwei Begegnungen:
Spaziergang durch ein Viertel am Hang Neulich war ich in einer vereda, einem Viertel außerhalb des Ortes, alleine spazieren. Es kostete mich ein wenig Mut, alleine durch die sehr engen, steilen, verwinkelten Gassen zu gehen. Über die grob gehauenen, unebenen Betontreppen ohne Geländer stolperte ich hinunter. Die Häuser sind in den Hang gebaut, Straßen für Autos gibt es an der Stelle nicht. Zwangsläufig komme ich dicht an den sehr einfachen Häusern vorbei. Ich fühlte mich etwas als Eindringling. Da mich jedoch fast alle Menschen freundlich grüßten und mir noch einen guten Tag und Gottes Segen wünschten, ging ich voller Vertrauen weiter. Auf einer kleinen Terrasse grüßte mich ein Ehepaar, Diana und Guillermo, besonders freundlich. Ich bewunderte ihre knallrote Hauswand und wir kamen ins Gespräch und verabredeten, dass ich an ihrer Tür klopfe, wenn ich wieder hier vorbeikomme. Dies tat ich einige Wochen später, wurde aufs Herzlichste begrüßt und hocherfreut ins Haus gebeten. Diana schickte eilig einen Jungen zum Lädchen an der Ecke, damit er Joghurt und Kekse für mich kaufen solle. Die Begegnung war so herzlich, so freundlich. Diana erzählte mir, dass sie gute tamales kocht und verkauft. Das ist eine hiesige Spezialität. Gemüse und verschiedene Fleischsorten werden in Banananblätter eingewickelt gedünstet. Sie will mich mal zum Essen einladen und mit mir in den Bergen wandern. Ich bin gespannt, wie der Kontakt weitergeht.
Im Bus ins Zentrum von Medellín. Ich stieg alleine in den Bus ins Zentrum von Medellín. Ziel war eine Art Baumarkt. Haltestellen gibt es kaum und wenn, dann sind sie meist namenlos. Ansagen oder Anzeigen, wo der Bus hält gibt es gar nicht. Der Bus hält, wo man aus- bzw. einsteigen möchte. Das ist sehr bequem und freundlich, wenn man weiß, wo man aussteigen muss, um zu seinem Ziel zu kommen. Das ist immer wieder aufregend und zwangsläufig muss man andere Fahrgäste oder den Busfahrer fragen. Ich habe hier tatsächlich erst sehr wenige Busfahrerinnen erlebt. Eine Frau saß bei besagter Fahrt im Bus neben mir. Ihr Mann bat den Busfahrer sie an der Puente 4 sur rauszulassen. Ich vergewisserte mich bei ihr, wo sie aussteigen wollen und erfuhr, dass wir tatsächlich dasselbe Ziel hatten und schon waren wir im angeregten Gespräch und lernten uns kennen. Die 40 minütige Fahrt verging wie im Flug. Wir tauschten Telefonnummern aus und ich bin gespannt, ob wir uns wiedersehen.
Den Deutschen wird hier, wie allen Ausländer*innen sehr viel Wertschätzung, Interesse und Offenheit entgegengebracht. Mich freut und wundert das zugleich und manchmal ist es mir fast zu viel des Guten. Viele äußern auch eine Bewunderung für Deutschland. Bewundert wird der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, die Schaffermentalität, der Wohlstand und die Exportstärke. Ich bin immer wieder erstaunt, dass viele Menschen hier etwas über die deutsche Geschichte wissen.
Die wenigsten Häuser sind verputztEs geht echt steil hinauf
Ich tauche ein in diese so andere Welt. Es ist warm, nachmittags richtig heiß. Schwitzend mache ich einen ersten Spaziergang hinaus aus dem Ort Caldas, 1,5 Stunden von Medellìn entfernt. Schnaufend geht es den Berg hinauf. Immerhin liegt der Ort Caldas, in dem ich nun erst einmal leben werde, auf ca. 1700m Höhe. Es ist alles noch unwirklich. Erst vor wenigen Tagen bin ich bei Eiseskälte zum Berliner Flughafen gefahren. Über 25 Stunden Reisezeit von Haus zu Haus. Reine Flugzeit mit 2 Zwischenstopps in Madrid und Bogotà 19 Stunden. Alles lief gut, das ständige obligatorische Tragen einer FFP2-Maske nervte etwas. Da ich sehr erschöpft war schlief ich viele Stunden und dank eines günstigen Upgrades hatte ich einen breiten Sitz und viel Beinfreiheit. Das war wunderbar: Kein Ellenbogengerangel um die Armlehnen mit den Sitznachbarn, kein störender breitbeinig sitzender Mensch neben mir.
Sehr bewusst nehme ich hier alles wahr: Saftige Grüntöne der üppigen Vegetation, blüten überall, tiefblauer Himmel, später Wolken und Regen, mein Herzklopfen, meine Freude hier zu sein, gesund und kraftvoll die Gegend erkundend. Bereits letzten Winter war ich hier und kenne den Weg. Das gibt mir Sicherheit. Manche Menschen grüßen mich, ein Lächeln und ein hallo wird meist erwidert. Ich gehe auf der wenig befahrenen Serpentinenstraße den Berg hinauf. Das erscheint mir die sicherste Variante, wenn ich allein unterwegs bin. Sicher in dem Sinn, dass ich mich nicht verlaufe und noch andere Menschen unterwegs sind. So richtig durch die engen, verwinkelten Gassen zu gehen traue ich mich nicht so recht. Denn natürlich werde ich sofort als gringa erkannt, so nennen die Menschen hier alle Ausländerinnen. Diesen Blicken wollte ich mich an diesem Tag nicht so sehr aussetzen. Ja, ich bin Ausländerin hier und werde mich daran gewöhnen. Die Menschen begegnen mir mit viel Wohlwollen und sehr freundlich. Das liebe ich hier sehr: Die warmherzige, offene Art der Menschen. Ganz leicht komme ich ins Gespräch, u.a. mit einem Mann, bei dem ich eine Wasserflasche kaufe. Mein Spanisch ist ganz gut und ich genieße die Unterhaltung, die diese Standardfragen beinhaltet: wo kommst du her, seit wann bist du da, hast du hier Familie, wie lange bleibst du, was gefällt dir hier, warst du schon einmal da? Und ich antworte und frage: Ist der Weg sicher? Bist Du hier aufgewachsen?… Und gerade merke ich, dass ich viel weniger gefragt habe und nehme mir vor, das nächste Mal mehr zu fragen. Die Antwort auf meine Frage, ob es gefährlich ist, den Berg weiter hinauf zu gehen war interessant: es komme auf meine Haltung und innere Einstellung an. Wenn ich selbstbewusst meinen Weg gehe und darauf vertraue, dass Gott mich beschütze, werde mir nichts passieren. So sei das überall auf der Welt. Schließlich ging ich weiter den Berg hinauf, bis ich einen pinkelnden Mann am Wegesrand sah, an dem ich nicht vorbei gehen wollte. Auch hier pinkeln Männer wo es ihnen gerade passt…