Neustart in Berlin und was mir hier gefällt
Seit 10 Monaten bin ich zurück aus Kolumbien und ´lebe wieder in Berlin, in dem mir vertrauten Kiez Kreuzberg. Was mir das Wiederankommen erleichtert hat: Liebe Freundinnen, allen voran Marianne, die mit mir, wie auch in den letzten Jahren, in denen ich hier zu Besuch und zum Arbeiten hier war, ihre Wohnung geteilt hat, mir ein Zuhause schenkte, mich begleitete und liebevoll unterstützte im Umgang mit der Autoimmunerkrankung Vasculitis, die vor 1,5 Jahren bei mir diagnostiziert wurde. Inzwischen geht es mir gesundheitlich besser. Die ambulante ärztliche Versorgung in der Charité rettete mir das Leben und ich bin sehr dankbar dafür. Nun bin ich wieder ganz in dieser deutschen Welt angekommen, habe mich wieder an Vieles gewöhnt, freue mich, in Berlin zu leben, habe nach 4 Jahren wieder einen wunderschönen Frühling in Berlin erlebt, das Erblühen der Natur bestaunt. Ich mag die multikulturelle Vielfalt, das pulsierende Leben auf den Straßen an diesen wunderbaren Sommertagen, den öffentlichen Nahverkehr, köstliche Lebensmittel wie Käse, Quark, Dinkelbrot, Naturjoghurt, Beeren, frischer Salat vom Bauern meines Vertrauens, Laugenzöpfe, Mineralwasser aus Glasflaschen… Und tatsächlich finde ich den Straßenverkehr in Berlin ganz beschaulich, gut organisiert und die meisten fahren ganz diszipliniert. Ich genieße das Radfahren auf den fast überall vorhandenen Fahrradwegen. Und ich genieße es Biodanza zu tanzen und seit Mai leite ich in Berlin mit Freude eine eigene Biodanzagruppe für Frauen.
Was mir in Deutschland fehlt
Im so langen Winter fehlte mir die Sonne Kolumbiens, die Wärme, das Draußensein, das Grün der tropischen Natur, die blühenden Blumen überall. Mir fehlt bis heute die kolumbianische Lebensfreude, das Temperament der Menschen, die Musik, die überall erklingt, das Leben und Genießen im Hier und Jetzt, die Akzeptanz vieler Menschen, die Gegebenheiten und Vergangenes annehmen und kundtun, dass es ist wie es ist und Jammern nicht helfe. Die Ruhe und Gelassenheit, wenn man vor Banken oder an der Kasse im Supermarkt warten muss, hat mich immer wieder sehr beeindruckt. Ganz vorbei mit der Gelassenheit ist es jedoch im Straßenverkehr, da will jeder der erste sein, ja, es sind meist Männer, die hupend, drängelnd und gefährlich aggressiv unterwegs sind. Ein unvorstellbares Gedränge und Gehupe ist das oft, es gibt waghalsige Überholmanöver und zig Motorräder überall, die sich rechts und links vorbeiquetschen oder vorbeirasen. Rennradfahren ist ein beliebter Sport in Kolumbien, aber auch lebensgefährlich. Für mich ist das Radfahren dort nahezu unmöglich wegen der rasenden und teils rücksichtslosen Fahrweise der Autofahrer. Nur in größeren Städten gibt es einzelne Fahrradwege.
Abschied von diesem Blog
Dies ist mein letzter Beitrag. Danke für Dein Interesse an meinen Artikeln. Ich habe versucht, Dich und viele weitere Menschen teilhaben zu lassen an meinem 3,5 Jahren in Kolumbien und es war und ist mir ein Anliegen darüber aufzuklären, dass Kolumbien viel mehr ist als Drogenmafia, Guerrillakrieg, Kriminalität und Armut. Es ist ein sehr schönes Land mit einer Vielfalt an Kulturen, unterschiedlichsten Klimazonen, von schneebedeckten Bergen im Norden bis tropisch feuchtheißem Klima an der Pazifikküste im Westen des Landes. Die Menschen sind sehr sehr freundlich. Ich wurde überall mit offenen Armen willkommen geheißen. Viele bewundern Deutschland und sind beeindruckt von der Industrie und Wirtschaftskraft. Sie halten die Deutschen für sehr diszipliniert, ordentlich und strebsam und auch für ein bißchen rigide. Ja, da treffen kulturelle Welten aufeinander. Und gleichzeitig denke ich: sie wissen nicht, wie die aktuelle Situation und Entwicklung in Deutschland ist… Mein Abenteuer Kolumbien ist zu Ende. Was bleibt sind schöne Erinnerungen, viele Lernerfahrungen, persönliche Weiterentwicklung und meine kolumbianische Wahlfamilie: Das sind die Menschen, die ich rund um meine dreijährige Ausbildung an der Biodanzaschule in Rionegro, Kolumbien, kennengelernt und in mein Herz geschlossen habe. Im Winter plane ich wieder nach Kolumbien zu reisen, um alle wiederzusehen und zu umarmen und auch, um meine dann vierjährige Biodanzaausbildung, die ich gerade in Berlin zu Ende bringe, abzuschließen und das Abschlusszertifikat zu erhalten. Das wird eine fiesta!!! https://escuelabiodanzarionegro.com/
Was ich mir, Dir und allen Menschen wünsche
- Mehr Freundlichkeit im Alltag: Menschen anschauen, sehen, wahrnehmen, grüßen, ein Lächeln schenken, danke sagen…
- Mehr Berührungen und Umarmungen…
- Mehr Solidarität, mehr Miteinander und füreinander da sein…
- Mehr Dankbarkeit für das Lebensmittelangebot, die Fülle, die da ist, für das, was ich habe, was mich nährt, was gut klappt…
- Mehr Freude erleben, mehr Freude zeigen und teilen…
- Hier und heute leben, genießen und gestalten…
- Mehr innehalten, mehr durchatmen, mehr leben…
- Weniger Druck, weniger Stress, weniger schneller, höher, weiter…
- Mehr Herz, weniger Kopf…
- Mehr Humor und lachen…
- Weniger nörgeln, weniger destruktiv kritisieren…
- Mehr Engagement für Lösungen anstatt Verharren im Jammertal…
- Sich selbst und andere weniger abwerten…
- Mehr Sinn erleben und herausfinden, was wirklich wichtig ist im Leben…
- Mehr Toleranz, Offenheit, Akzeptanz, Neugier aufs Leben und auf andere Menschen und Kulturen…
- Mehr Liebe zum Leben, zu den Liebsten, zur Natur…
- Mehr Wertschätzung: echt gemeinte Komplimente geben und annehmen…
- Gut für sich selbst sorgen und dabei andere im Blick behalten…
- Achtsam sein mit der Sprache, um andere möglichst nicht zu verletzen…
- Milde und freundlich sein mit sich selbst und mit anderen…
- Fehler verzeihen und daraus lernen…
- Gelegentlich die Perspektive wechseln und sich in andere hineinversetzen…
- Das Gute und Gelingende würdigen…
- Einander unterstützen, mit Respekt und Liebe begegnen, helfen, da sein, zuhören…
- Frieden in mir, Frieden mit anderen, Frieden in der Welt…
- Was wünscht Du Dir?
All das trägt zu einem erfüllten, friedlichen Miteinander bei. Und: Jede*r kann bei sich selbst anfangen.
Lasst uns das Leben leben, unsere Einzigartigkeit tanzen und immer wieder feiern!
Danke, dass Du bis hier gelesen hast! Schreib mir gerne einen Kommentar. Ich freue mich darüber!
Auf meinen Webseiten http://www.wende-gesundheitsmanagement.de erfährst Du, was ich freiberuflich mache und wie ich mein Angebot erweitern werde.
Alles Liebe, Armgard